TU-Auszeichnungen für Dominik Speck und Jakob Henke

16.02.2026

 

Die Technische Universität Dortmund (TU Dortmund) baut ihr akademisches Engagement in Subsahara-Afrika weiter aus – mit dem Start eines neuen Forschungsprojekts zur geopolitischen Medienbeeinflussung sowie der Abschlusskonferenz einer großen panafrikanischen Initiative zur Journalistenausbildung, die vom 31. Januar bis 8. Februar in Uganda stattfand. Beide Veranstaltungen unterstreichen die wachsende Rolle der Universität als wichtiger europäischer Partner in Forschung und Hochschulkooperation auf dem afrikanischen Kontinent.

Untersuchung der neuen Mediengeopolitik

 

Im Zentrum dieser verstärkten Aktivitäten steht das von der Daimler und Benz Stiftung geförderte Projekt „The ‘Great Game’ of Media and Politics in Africa: Geopolitics and Media Intervention post-2022“. Die Initiative untersucht Desinformations- und Manipulationskampagnen ausländischer staatlicher Akteure in Subsahara-Afrika und analysiert, wie geopolitische Rivalitäten die Medienlandschaften der Region verändern.

 

Das Projekt wird gemeinsam vom Erich-Brost-Institut für Internationalen Journalismus der TU Dortmund und der Makerere University in Uganda – einer der ältesten und renommiertesten Hochschulen Afrikas – geleitet. Beteiligt sind zudem acht akademische Partner aus Nigeria, Ghana, Kenia, Malawi, Burkina Faso und Tansania.

 

Die Forschenden analysieren, wie China, Russland und die Türkei sowie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und möglicherweise weitere BRICS-Staaten Mediensysteme in Subsahara-Afrika beeinflussen. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Beziehungen dieser Akteure zu Redaktionen, Journalistenausbilderinnen und -ausbildern sowie medienpolitischen Entscheidungsträgern und den Auswirkungen auf ausgewählte afrikanische Länder. Durch die Generierung empirischer Daten zur ausländischen Medienintervention soll das Projekt sowohl die wissenschaftliche Debatte als auch medienpolitische Diskussionen in Zeiten zunehmender globaler Konkurrenz fundieren.

 

CoMMPASS: Ein panafrikanischer Klassenraum

 

Ein weiterer Meilenstein war die Abschlusskonferenz des Projekts CoMMPASS („Communicating Migration and Mobility, E-Learning Programs and Newsroom Applications for Sub-Saharan Africa“), eines durch Erasmus+ kofinanzierten Projekts der Europäischen Union. Die Veranstaltung an der Uganda Christian University in Mukono nahe Kampala brachte Hochschulpartner und Entscheidungsträgerinnen und -träger aus ganz Afrika zusammen, um über die Zukunft der Online-Journalismusausbildung zu beraten.

 

Der CoMMPASS-Kurs zum Thema Migration in Afrika wurde 2024 von Lehrenden und Forschenden aus sechs afrikanischen Universitäten in Uganda, Malawi und Burkina Faso mit Unterstützung von Partnern aus Portugal ins Leben gerufen und erreichte Teilnehmende in 29 Ländern. Als flexibles, mehrsprachiges Online-Programm konzipiert, verbindet er wissenschaftliche Forschung mit redaktioneller Praxis und fördert eine ethische, datenbasierte Berichterstattung. Mehr als 2.300 Journalismusstudierende und professionelle Journalistinnen und Journalisten nahmen teil, unterstützt von einem Netzwerk aus 37 Partneruniversitäten auf dem afrikanischen Kontinent.

Auf der Konferenz wurden drei Preise für Berichterstattung zum Thema Migration verliehen. Der erste Preis ging an ein grenzüberschreitendes ghanaisch-nigerianisches Journalistenteam unter der Leitung von Henry Nwachukwu, Emmanuella Agbezukey und Blessing Bolaji für einen Artikel mit dem Titel „Digitale Fallen: Wie Online-Versprechen Migranten im Korridor zwischen Nigeria und Ghana schaden”. Der zweite Preis ging an Djakaridia Siribie, eine burkinische Journalistin der staatlichen Tageszeitung Sidwaya, für einen Artikel über „Flüchtlinge auf dem Weg von humanitärer Hilfe zur Selbstständigkeit”. Der dritte Preis ging an Collins Mtika, einen erfahrenen und preisgekrönten Journalisten aus Malawi, für einen Artikel mit dem Titel „Wenn der Regen aufhört: Malawis versteckte Klima-Migrationsfalle”.

 

Vom Dialog zur Anerkennung

 

Die Konferenz in Mukono bildete den Höhepunkt eines umfassenderen Dialogprozesses, der 2023 in Kampala begann. Dort diskutierten Forschende sowie Vertreterinnen und Vertreter unter anderem des Refugee Law Project, der Internationalen Arbeitsorganisation, führender lokaler Medien und des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen über das Verhältnis von Medien und Migration. Eine zweite Tagung in Blantyre, Malawi, widmete sich Innovationen in der Journalistenausbildung und neuen Formen der Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Lernenden.

 

In Mukono standen Fragen im Mittelpunkt, wie afrikanische Hochschulen Migrationsnarrative in der Lehre stärker selbst gestalten, stereotype Darstellungen überwinden und digitales Storytelling für gesellschaftlichen Wandel nutzen können. Zudem wurden die Anerkennung von im Online-Lernen erworbenen Kompetenzen, die Rolle von Micro-Credentials sowie Strategien zur offiziellen Anerkennung digitaler Bildungsformate diskutiert.

 

Zu den Hauptrednern gehörten Professor Ralph Afolabi Akinfeleye aus Nigeria, der als erster Afrikaner in den Rat des World Journalism Education Congress gewählt wurde – dessen Konferenz 2028 vom Erich-Brost-Institut in Berlin ausgerichtet wird – sowie Professorin Sisanda Nkoala aus Südafrika, Generalsekretärin des African Journalism Educators Network.

Aufbauend auf langfristigen Forschungspartnerschaften

 

Die CoMMPASS-Initiative knüpft an langjährige Forschungen des Erich-Brost-Instituts zur Migrationsberichterstattung in Afrika und Europa an. 2021 gab das Institut gemeinsam mit der UNESCO das Handbuch „Reporting on Migrants and Refugees“ heraus, das inzwischen in sieben Sprachen verfügbar ist. Zudem flossen Erkenntnisse aus dem vom Auswärtigen Amt geförderten Projekt AMAZE ein, das vergleichende Forschung zur Migrationsberichterstattung in Europa und Afrika mit Netzwerk- und Trainingsprogrammen für afrikanische Journalistenausbilderinnen und -ausbilder verband.

 

Mit diesen miteinander verknüpften Initiativen festigt die TU Dortmund ihr strategisches Engagement in Subsahara-Afrika, das Forschung, Lehre und Kapazitätsaufbau miteinander verbindet. Indem sie sowohl geopolitische Medienbeeinflussung als auch die professionelle Ausbildung von Journalistinnen und Journalisten in den Blick nimmt, positioniert sich die Universität an der Schnittstelle globaler Mediendynamiken und lokaler Wissensproduktion – und stärkt akademische Partnerschaften, die weit über einzelne Projekte hinaus Bestand haben sollen.

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